2020-05-10 - Schwimmer sitzen auf dem Trockenen Drucken

Training seit sieben Wochen ausgesetzt – eine kurzfristige Wiederaufnahme nicht in Sicht

Am 12. März 2020 hat das letzte Training der Schwimmabteilung des VfL 1860 Sportfreunde Bad Neustadt im Triamare stattgefunden. Die Pandemie mit dem Corona-Virus und die damit verbundenen Rechtsverordnungen den Freistaates Bayern haben das Aussetzen des Trainings zur Folge gehabt. Ein paar Tage später schlossen die Türen des Sport-, Freizeit- und Erlebnisbades und der Sporthallen in Bad Neustadt a. d. Saale. Eine strikte Kontaktbeschränkung ließen nur noch Bewegung und Sport allein an der frischen Luft zu.

Was sich am Anfang wie eine normale Pause in Ferienzeiten angefühlt hatte, wurde schnell zu einem spürbaren Loch an fehlenden Sportangeboten, sozialen Kontakten sowie Einschränkungen in der Gesundheit. Alle Wettkämpfe sind zunächst bis Ende Juni 2020 ausgesetzt. Auch danach wurden bereits Meisterschaften abgesagt, da ohne Wassertraining keine guten Leistungen zu erwarten sind. Damit ist die Schwimmsaison 2019 / 2020 theoretisch beendet.

Wie allen bekannt, ist der Schwimmsport sehr schonend für den Körper. Schwimmen dient der Ausdauer, dem Muskelaufbau und der Fettverbrennung. Es fördert die Freude, hebt die Laune und formt den Körper. Im Wasser fühlen wir uns wohl, da uns das Wasser trägt. Wir schweben und fühlen uns so leicht wie eine Feder, nahezu schwerelos. Die beschriebenen positiven Effekte dienen daher nicht nur unseren Sportlerinnen und Sportlern, sondern jedem Besucher des Triamare. Vor allem Personen mit Vorerkrankungen, Probleme mit Knochen und Muskulatur als auch mit Übergewicht fehlt derzeit das nasse Element zur körperlichen Ertüchtigung.

Das Landtraining ist derzeit die einzige Alternative fit zu bleiben. Von Spazieren gehen, Nordic Walking und Joggen z. B. auf der neuen Dorfrunde, die beim VfL Sportplatz in den Hofwiesen startet, bis hin zu Inlinern, Radfahren und Kraft- sowie Athletiktraining. Zuhause ist fast alles möglich. Doch es ersetzt nicht das Wassertraining. Die Bedürfnisse der sozialen Kontakte, sich mit Freunden beim Training zu treffen und auszutauschen konnten nur digital befriedigt werden.

Von der Familie Ungerecht erreichte uns die Nachricht, dass sie sich den Spaß nicht nehmen lassen. Auch wenn ihnen das Schwimmbad, das Training und der Kontakt zu den Übungsleitern sowie den anderen Kindern sehr fehlen. Die Geschwister trainieren täglich anhand Übungen aus dem Internet und halten so ihre Fitness. Des Weiteren sind Bilder entstanden, bei denen unsere Sportler liegend auf dem Skateboard über die häusliche Terrasse „schwimmen“.

Familie Oehme berichtete, dass sie das Schwimmtraining im Triamare sehr vermissen würden. Nach dem Joggen und Trockenübungen stehen noch das richtige Dehnen der Muskulatur auf dem Programm. Die Kinder haben bis März fast jeden Tag Sport gemacht. Entweder in der Schule oder im Verein. Dieser Ausgleich fehlte in den letzten Wochen. Die Schulaufgaben Zuhause konnten die körperlichen Aktivitäten nur teilweise ersetzen.

Andrea Oehme ist aktive Schwimmerin sowohl beim VfL als auch in der Wasserwacht, wo sie als Rettungsschwimmerin und Wasserretterin auch Mitglied der Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung Rhön-Grabfeld ist. Solange die Schwimmbäder geschlossen sind, versuchen bei steigenden Temperaturen möglicher Weise immer mehr Menschen, in den freien Gewässern (Seen und Flüssen) zu schwimmen. Dass das zu mehr (unbeaufsichtigten) Badeunfällen führen kann, liegt auf der Hand. Die SEG Wasserrettung sollte also immer einsatzfähig bleiben. Doch wie bleibt man einsatzfähig, ohne selbst trainieren zu können? Andrea Oehme ist seit Jahren Winterschwimmerin und Eisschwimmerin. Sie wagt auch weiterhin den Sprung in die Seen in der Umgebung - allerdings unter besonderen Bedingungen:

1. Sie ist ausgebildete Wasserretterin

2. Sie ist seit Jahren trainiert, auch in sehr kalten Gewässern zu schwimmen

3. Sie ist diesbezüglich ärztlich speziell untersucht worden (Herz-Kreislauf)

4. Sie geht nur mit Sicherheitsboje und nie alleine ins Wasser

Es sei also an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man nicht untrainiert und auch nicht alleine in einen See steigen sollte, auch wenn das im Moment für viele Schwimmer wie ein Ausweg erscheint. Wassertemperaturen unter 15 Grad (wie sie im Moment noch vorherrschen) können schnell zu Unterkühlungserscheinungen führen, wenn man die Kälte nicht gewohnt ist. Das Herz-Kreislauf-System reagiert dann evtl. unerwartet.

Auf die Frage, welche Auswirkungen die Krise auf den Bad Neustädter Schwimmsport haben werde, antwortete Abteilungsleiter Alexander Schild, dass mit keinen speziellen Einbrüchen in der Schwimmabteilung zu rechnen sei. Die Rückmeldungen der Sportler seien positiv und voller Erwartungen, dass das Schwimmtraining bald wiederbeginnt. Er freue sich ebenfalls auf den Zeitpunkt, das Triamare mit den Sportlern nutzen zu dürfen.

Am 06.05.2020 erreichte uns die Nachricht, dass der Profisport langsam wieder anlaufen darf. Die Fußball-Bundesliga will Mitte Mai in den Stadien ohne Zuschauer ihre Liga zu Ende spielen. Auch im Schwimmsport gibt es für die Kader-Athleten endlich wieder Lockerungen. In Würzburg darf ab Montag unter strengen Voraussetzungen das Training für sechs Spitzensportler wieder aufgenommen werden.

Wann für die weiteren Sportler im Schwimmsport die Becken wieder gefüllt werden, steht leider noch nicht fest. Eine Wiedereröffnung könne nur stattfinden, wenn hygienische Standards sichergestellt werden und eine Nachverfolgung bei infizierten Besuchern und Sportler gewährleistet sei. Hierzu fänden regelmäßige Gespräche mit Behörden und Verantwortlichen statt.

Die Schwimmabteilung des VfL 1860 Sportfreunde Bad Neustadt aktualisiert regelmäßig seine Homepage (www.vfl-nes.de/schwimmen), um über den aktuellen Stand der Trainingsbedingungen im Triamare zu informieren. Bis dahin wünschen wir viel Gesundheit und Zuversicht.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 10. Mai 2020 um 18:09 Uhr